Wie finden Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen die passende Unterstützung? Welche Angebote gibt es in der Erwachsenenpsychiatrie? Und was ist eigentlich zu tun, wenn eine psychiatrische Krise oder ein Notfall eintritt?
Um Antworten auf diese Fragen aus erster Hand zu erhalten, haben wir – 13 sozialpädagogische Fachkräfte von Albijona aus den Bereichen Jugendhilfe und SBW (Selbstbestimmtes Wohnen) – die LWL-Klinik am Standort Paderborn besucht.
Empfangen von zwei Sozialpädagogen der Klinik, Kathrin Bremann und Michael Wiemers, bekamen wir so einen tiefen Einblick in die vielfältigen Angebote der sowie in die Zugangswege zur Erwachsenenpsychiatrie – von ambulanten Hilfen über spezialisierte Behandlungsangebote bis hin zu stationären Versorgungsmöglichkeiten.
Besonders wertvoll war dabei der hohe Praxisbezug: Anhand konkreter Fallbeispiele wurde nachvollziehbar, welche Unterstützungsmöglichkeiten für unterschiedliche Problemlagen zur Verfügung stehen, wie Klient:innen angebunden werden können und welche Schritte in akuten Krisensituationen erforderlich sind.
Neben den bestehenden Angeboten wurden auch die Herausforderungen des Versorgungssystems offen diskutiert. Einigkeit bestand darin, dass die bereits heute spürbaren Versorgungsengpässe und langen Wartezeiten viele Betroffene vor große Hürden stellen und sich diese Situation in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter zuspitzen wird. Der Austausch machte deutlich, wie wichtig eine gute Vernetzung zwischen den verschiedenen Hilfesystemen ist, um Menschen trotz schwieriger struktureller Bedingungen möglichst passgenau unterstützen zu können.
Ein besonderes Highlight bildete der abschließende (aus Zeitgründen leider etwas knappe) Exkurs in die Arbeit mit psychisch erkrankten und suchtkranken Straftätern. Die Einblicke in dieses anspruchsvolle Tätigkeitsfeld eröffneten den Teilnehmenden eine Perspektive auf einen Bereich der psychiatrischen Versorgung, mit dem viele bislang nur wenige Berührungspunkte hatten.
Der Workshop hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen den unterschiedlichen Professionen und Institutionen ist. Mit vielen neuen Informationen und einem vertieften Verständnis der psychiatrischen Versorgungslandschaft in Paderborn kehrten wir zurück in die praktische Arbeit – bestens gerüstet, um unsere Klient:innen noch gezielter auf ihrem Weg durch das Hilfesystem zu begleiten.
Wir bedanken uns herzlich bei Kathrin Bremann und ihrem Kollegen für die offene, informative und praxisnahe Gestaltung des Workshops.
Wiebke Rikus











